Anspruch auf Hilfe

Das Jugendamt muss den sogenannten Jugendhilfebedarf prüfen:
Je nach Problemlage gibt es in der Regel drei Möglichkeiten:

Keine Hilfemöglichkeit:
Das Jugendamt ist im jedem Fall verpflichtet, dir Hilfe anzubieten, wenn du danach fragst. Möglicherweise werden sie dir nicht die Hilfe anbieten, die du (zunächst) wünscht. Das kann daran liegen, dass das Jugendamt verpflichtet ist verschiedene Möglichkeiten der Hilfe zu prüfen - das dauert meistens eine Weile. Es kann aber auch daran liegen, dass das Jugendamt einfach keine Hilfemöglichkeiten für dich hat. In dem Fall müssen sie dich aber an andere Beratungsstellen oder aber an andere Institutionen weitervermitteln. Dann solltest du darum bitten, dass sie dir die genaue Adresse und den Namen der Beraterin oder des Beraters benennen. Am besten ist, wenn sie für dich schon vom Jugendamt aus einen Termin vereinbaren. Wenn das Jugendamt dich "einfach nur so wegschickt" ohne dass sie dir direkt oder indirekt Hilfe anbieten, dann kannst du dich an uns wenden.

Unterstützungsangebot:
Das Jugendamt hört dich an und verspricht, dir in Zukunft zu helfen. Um die Situation einschätzen und verstehen zu können, ist es wichtig abzuklären, wie jede/r Beteiligte die Situation sieht und welche Probleme es gibt. Es kann sein, dass das Jugendamt hierfür mehrere Gespräche mit dir und deinen Eltern führen wird wenn du unter 18 Jahre alt bist, aber auch Gutachten und Meinungen von anderen Personen mit einbezieht. Wenn es dir leichter fällt, kannst du auch ohne deine Eltern mit den Sozialarbeiter/innen beim Jugendamt sprechen.
Je genauer klar wird, wie die Probleme aussehen und welche Vorstellungen und Wünsche jede/r Einzelne hat, desto gezielter kann das Jugendamt dir bzw. euch eine passende Lösung vorschlagen. Sollte es sich bei der Lösung um eine sogenannte Erziehungshilfe bzw. Jugendhilfe handeln gilt, dass die Hilfesuchenden (du und/oder deine Eltern) beraten und darüber aufgeklärt werden müssen, was es für unterschiedliche Arten von Hilfsangeboten gibt und welche Folgen sich aus einer solchen Hilfsmöglichkeit ergeben, das heißt welche Rechte und Pflichten sich für Jede/n aus dieser Hilfe ergeben. §§§ ->
Wenn du etwas nicht verstehst, frag’ nach. Es geht schließlich um dich! Die Entscheidung über die geeignete und passende Hilfe wird im Rahmen des so genannten Hilfeplanverfahrens getroffen. Das heißt, ihr sitzt zu einem vereinbarten Termin mit dem Jugendamt zusammen und trefft eine Entscheidung. Dabei kannst du deine Vorstellungen äußern.

Sofortiger Handlungsbedarf:
Wenn die Gefahr besteht, dass dir etwas Schlimmes passiert, wenn du wieder zurück nach Hause gehst bzw. zu Hause wohnen bleibst, und du unter 18 Jahre alt bist, dann hast du das Recht auf Inobhutnahme. Wenn du darum bittest, muss das Jugendamt dafür sorgen, dass du kurzfristig an einem sicheren Ort untergebracht wirst.

Generell gilt, dass du an allen Entscheidungen, die mit der Jugendhilfe zu tun haben, beteiligt werden musst.
Natürlich kann man von dir nicht erwarten, dass du immer alles verstehen und nachvollziehen kannst. Daher achte auch selber darauf, dass dir von deiner Beraterin bzw. von deinem Berater des Jugendamtes alles, was für dich wichtig ist, auch für dich verständlich erklärt wird. §§§ ->

 

§ 36 Abs. 1 SGB VIII Der Personensorgeberechtigte und das Kind oder der Jugendliche sind vor der Entscheidung über die Inanspruchnahme einer Hilfe und vor einer notwendigen Änderung von Art und Umfang der Hilfe zu beraten und auf die möglichen Folgen für die Entwicklung des Kindes oder des Jugendlichen hinzuweisen. Vor und während einer langfristig zu leistenden Hilfe außerhalb der eigenen Familie ist zu prüfen, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt. Ist Hilfe außerhalb der eigenen Familie erforderlich, so sind die in Satz 1 genannten Personen bei der Auswahl der Einrichtung oder der Pflegestelle zu beteiligen. Der Wahl und den Wünschen ist zu entsprechen, sofern sie nicht mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden sind. Wünschen die in Satz 1 genannten Personen die Erbringung einer in § 78a genannten Leistung in einer Einrichtung, mit deren Träger keine Vereinbarungen nach §78b bestehen, so soll der Wahl nur entsprochen werden, wenn die Erbringung der Leistung in dieser Einrichtung nach Maßgabe des Hilfeplans nach Absatz 2 geboten ist.
§ 8 Abs. 1 SGB VIII Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen. Sie sind in geeigneter Weise auf ihre Rechte im Verwaltungsverfahren sowie im Verfahren vor dem Familiengericht, dem Vormundschaftsgericht und dem Verwaltungsgericht hinzuweisen.

BRJ

Sollten deine Wünsche und Rechte nicht berücksichtigt werden, obwohl du sie sachlich vertreten hast, wende dich an uns!

Jugendhilfebedarf:

Wenn Kinder oder Jugendliche in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden bzw. eine Gefahr für deren Wohlergehen besteht und Unterstützung erforderlich ist, dann besteht Jugendhilfebedarf. Ob ein solcher Bedarf besteht, entscheiden hier in Berlin die Jugendämter im jeweiligen Bezirk, z.T. mit Hilfe von anderen Fachleuten.