Unterstützung im Übergang Schule - Beruf

Mit der Schule bist du fertig, hast aber keine Perspektive? Dann kann es sein, dass das Jugendamt dir durch eine Jugendberufshilfe weiterhelfen kann.
Grundvoraussetzung hierfür ist, dass du persönliche Probleme, bzw. vergleichsweise schlechte Startchancen hast und es ohne Unterstützung wirklich nicht schaffen kannst. Geprüft wird zuerst, ob es für dich auch keine andere geeignete Möglichkeit der Qualifizierung oder Ausbildung gibt, weder in der freien Wirtschaft, noch über die Agentur für Arbeit oder das JobCenter.
Welche Institutionen dir eine geeignete Möglichkeit zur Ausbildung oder Qualifizierung bieten können, klärst du am besten in einem persönlichen Gespräch. Ansprechpartner ist grundsätzlich dein Jugendamt, es können hier auch zunächst die Jugendberatungshäuser sein. Die gibt es in vielen Bezirken. Die Jugendberatungshäuser können von freien Trägern oder aber auch vom Jugendamt betrieben werden. Es kommt auch vor, dass in einem Jugendberatungshaus freie Träger und das Jugendamt gleichzeitig vor Ort sind. Bewilligt wird diese Hilfe aber auch vom Jugendamt.
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Für eine Ausbildung bist du noch nicht bereit: Berufsorientierung und -vorbereitung:
Um eine Ausbildung beginnen zu können, muss zunächst klar sein, welcher Beruf zu dir passt. Um dies herauszufinden besteht die Möglichkeit einer Berufsorientierung in einer speziellen Maßnahme. In der Regel bekommt man dort Einblicke in verschiedene Berufsfelder und Berufe und kann dann seine Kenntnisse in dem Berufsfeld vertiefen, das einen besonders interessiert. Für eine Ausbildung muss man bestimmte schulische und persönliche Voraussetzungen mitbringen. Zum einen sind schulische Grundlagen wichtig, zum anderen braucht man ein gewisses Durchhaltevermögen und die Fähigkeit sich selbst zu organisieren. Wenn es dir schwer fällt im Schul- oder Ausbildungsalltag zurechtzukommen, du in bestimmten Fächern noch Schwierigkeiten hast und daher noch Einiges aufholen musst, könnte eine Berufsvorbereitung für dich in Frage kommen. Dort kann man z.B. auch auf das Nachholen eines externen Schulabschlusses vorbereitet werden.

Eine Berufsausbildung ist genau das Richtige:
Wenn du schon weißt, was du werden möchtest und die entsprechenden Voraussetzungen dafür mitbringst, besteht die Möglichkeit eine Berufsausbildung zu beginnen. Solche Berufsausbildungen basieren auf dem dualen System. Das bedeutet, dass Teile der Ausbildung parallel beim Ausbildungsträger und in der Berufsschule stattfinden. Oft sind auch Praktika in Betrieben der freien Wirtschaft vorgesehen. Die Abschlussprüfung erfolgt durch die regulär zuständigen Stellen (Handwerkskammer oder IHK), somit ist der Abschluss einer Ausbildung bei einem Jugendhilfeträger genauso viel Wert wie der in einem regulären Betrieb. Das Besondere an einer solchen Ausbildung in der Jugendhilfe ist die intensive sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung im Ausbildungsalltag und bei persönlichen und schulischen Schwierigkeiten und natürlich bei der Prüfungsvorbereitung. Sollten du, deine Eltern oder möglicherweise deine Lehrerin oder dein Lehrer der Meinung sein, dass du die Hilfe des Jugendamtes benötigst, um einen Beruf zu erlernen, dann wende dich auch schnellstmöglich an das Jugendamt, bzw. an die Jugendberatungshäuser.
In Berlin gibt es viele Träger, bei denen man solche Jugendhilfeausbildungen und Berufsvorbereitungen machen kann, wenn seitens des Jugendamtes der Bedarf abgeklärt wurde. Es ist  sinnvoll sich auch hier unterschiedliche Möglichkeiten und Einrichtungen anzuschauen und sich entsprechend zu informieren. Im Internet gibt es dazu ein Fachportal. Eine Übersicht über freie Ausbildungsplätze im Rahmen der Jugendhilfe findest du hier!

Ein Schritt in die eigenständige Lebensgestaltung
Da es sein kann, dass Du während der Teilnahme an einer schulischen oder beruflichen Bildungs- oder Ausbildungsmaßnahme nicht zuhause wohnen kannst, weil die Zielerreichung durch nicht förderliche Umstände zuhause ernsthaft infrage gestellt ist, kannst Du auch ein Sozialpädagogisch betreutes Wohnen beantragen. Voraussetzung ist aber, dass Du Dir bereits eine gewisse Grundlage an persönlichen, sozialen und hauswirtschaftlichen Fähigkeiten erarbeitet hast. Du musst wissen, dass Wohnformen in der Regel eine Kostenbeteiligung nach sich ziehen.
Auch bei Maßnahmen der Jugendberufshilfe muss, wie bei allen anderen Hilfen, im Vorfeld ein Antrag auf Jugendhilfe gestellt und durch das Jugendamt bewilligt werden. Die Hilfeplanung verläuft im Grunde ähnlich, wie bei allen anderen Jugendhilfen.

 

§ 13 Abs. 1, 2 und 3 SGB VIII
(1) Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.
(2) Soweit die Ausbildung dieser jungen Menschen nicht durch Maßnahmen und Programme anderer Träger und Organisationen sichergestellt wird, können geeignete sozialpädagogisch begleitete Ausbildungs- und Beschäftigungsmaßnahmen angeboten werden, die den Fähigkeiten und dem Entwicklungsstand dieser jungen Menschen Rechnung tragen.
(3) Jungen Menschen kann während der Teilnahme an schulischen oder beruflichen Bildungsmaßnahmen oder bei der beruflichen Eingliederung Unterkunft in sozialpädagogisch begleiteten Wohnformen angeboten werden. In diesen Fällen sollen auch der notwendige Unterhalt des jungen Menschen sichergestellt und Krankenhilfe nach Maßgabe des § 40 geleistet werden.

BRJ

Sollten deine Wünsche und Rechte nicht berücksichtigt werden, obwohl du sie sachlich vertreten hast, wende dich an uns!

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