Unterstützung, wenn du zuhause nicht mehr wohnen kannst

Es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten, die sich anbieten, wenn du nicht mehr zu Hause wohnen kannst.

Unterbringung im Heim oder in einer betreuten Wohngruppe
Das, was man sich unter einem klassischen Kinderheim vorstellt, ist inzwischen längst überholt. Die Kinder bzw. Jugendlichen wohnen meist in kleineren Gruppen zusammen in einem Haus, meist sind sie in Ein- oder Zweibettzimmern untergebracht. Ob die Betreuerinnen und Betreuer rund um die Uhr dort sind, hängt vom Alter der Kinder und/oder Jugendlichen und dem Konzept der Einrichtung ab. Die einzelnen Einrichtungen haben oft verschiedene Schwerpunkte und unterscheiden sich zum Teil sehr stark voneinander. So gibt es z.B. Heime mit einem speziellen Angebot für kleinere Kinder, Wohngruppen nur für Jungs oder Mädchen, für Jugendliche mit Essstörungen, psychischen oder Drogenproblemen, Einrichtungen mit religiösem Hintergrund, für Lesben und Schwule, in der Stadt oder auf dem Land, usw. §§§ ->


Generell gilt bei allen betreuten Wohnformen, dass du sowohl Rechte als auch Pflichten hast. Du lebst nicht in einem Hotel, das heißt, du solltest dich aktiv in die Gemeinschaft einbringen und häusliche Pflichten übernehmen, wie z.B. Kochen, Tischdecken, Abwaschen, Staubsaugen, Aufräumen und so weiter. Das gehört zum Leben und zur Selbständigkeit. Dafür unternehmt ihr auch schöne Dinge gemeinsam, zum Beispiel werden Ausflüge gemacht und ihr könnt gemeinsam in den Urlaub fahren. Es gibt in der Regel Gruppenabende, an denen du mit den anderen darüber sprechen kannst, was gerade mal schief läuft und was sich ändern sollte oder was in der Gruppe geplant wird usw. Wenn du während einer Hilfe große Probleme mit deinen Betreuern oder mit anderen Jugendlichen vor Ort hast und dort niemand darauf eingeht, dann kannst und solltest du dich mit deinem Anliegen immer an das Jugendamt wenden. Das Jugendamt muss auch während einer Hilfe, zum Beispiel während einer Unterbringung in einer WG, dafür sorgen, dass es dir gut geht.
Wenn du dich für eine Gruppe entschieden hast und das auch begründen kannst, dann lass dich nicht so leicht davon abbringen. Du wirst in diesem Umfeld möglicherweise auch für längere Zeit leben. Deine Wünsche und die deiner Personensorgeberechtigten müssen berücksichtigt werden. §§§ ->

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Betreuung in einer eigenen Wohnung:
Früher oder später erwartet man von dir, dass du selbst für dich sorgst. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, dich bei der Vorbereitung auf diese Selbständigkeit zu unterstützen. Freie Träger können für dich zunächst eine Wohnung mieten und dich dort betreuen und diese ggf. später an dich übergeben. Sie können dich auch in deiner eigenen Wohnung betreuen.
Meist kommen solche Formen der Betreuung erst in Frage, wenn du im Vorfeld andere Jugendhilfen in Anspruch genommen hast und du gezeigt hast, dass du alleine leben kannst. Dennoch macht es Sinn sich die zukünftige Betreuerin oder den zukünftigen Betreuer genauer anzuschauen und zu prüfen, ob ihr miteinander klar kommt.

 

§ 34 SGB VIII Hilfe zur Erziehung in einer Einrichtung über Tag und Nacht (Heimerziehung) oder in einer sonstigen betreuten Wohnform soll Kinder und Jugendliche durch eine Verbindung von Alltagserleben mit pädagogischen und therapeutischen Angeboten in ihrer Entwicklung fördern. Sie soll entsprechend dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes oder des Jugendlichen sowie den Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie 1. eine Rückkehr in die Familie zu erreichen versuchen oder 2. die Erziehung in einer anderen Familie vorbereiten oder 3. eine auf längere Zeit angelegte Lebensform bieten und auf ein selbständiges Leben vorbereiten. Jugendliche sollen in Fragen der Ausbildung und Beschäftigung sowie der allgemeinen Lebensführung beraten und unterstützt werden.
§ 5 Abs. 1 SGB VIII (1) Die Leistungsberechtigten haben das Recht, zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger zu wählen und Wünsche hinsichtlich der Gestaltung der Hilfe zu äußern. Sie sind auf dieses Recht hinzuweisen.

BRJ

Sollten deine Wünsche und Rechte nicht berücksichtigt werden, obwohl du sie sachlich vertreten hast, wende dich an uns!

dozent

Deine Rechte in der Gruppe::

• Du hast ein Recht auf Privatsphäre. Das bedeutet, du hast deinen eigenen Bereich bzw. sogar ein eigenes Zimmer. Die Betreuerinnen und Betreuer und die anderen Jugendlichen dürfen ohne wichtigen Grund dein Zimmer nicht ohne deine Aufforderung oder Erlaubnis betreten.
• Du hast ein Anrecht auf Taschengeld.
• Du hast ein Anrecht auf Bekleidungsgeld. Wie du das Geld ausgibst, liegt mit zunehmendem Alter in deiner Verantwortung. Die Betreuerinnen und Betreuer achten in der Regel lediglich darauf, dass dir nichts Wichtiges fehlt, da du mit deinem Bekleidungsgeld auskommen musst.
• Generell gilt auch im Betreuten Wohnen das Brief- und Telefongeheimnis. Das heißt, dass die Betreuerinnen und Betreuer deine Post nicht öffnen und Telefongespräche nicht abhören dürfen.